Lo Fat Orchestra!

Wenn Schwarzwald und Schweiz gemeinsame Sachen machen, kann dabei unter Umständen etwas entstehen, dass sich als Popmusik ohne feste Grenzen umschreiben lässt und sich unter dem Namen „Lo Fat Orchestra“ subsumiert. Orgel, Bass, Schlagzeug und einer guten Portion Humor gepaart mit ein bisschen Wahnsinn: zu Gast auf Einladung des Kulturvereins Adieu Tristesse e.V. am 30.11.2018 in der 7180-Bar.

Im Mai 2005 gründet der Schweizer Christoph „Chrisi“ Schmid „The Man“ gemeinsam mit seinen Kumpels Daniel Zimmermann (Dan) und Thorsten Strohmeier (Stan) aus Villingen-Schwenningen das „Lo Fat Orchestra“.

Dieses ist eine dreiköpfige Lo Fi Band, welche überwiegend auf Gitarre verzichtet und ihre Songs live lediglich mit Bass, Schlagzeug und Farfisa/Casio- Sounds einspielt.

Schon in seiner Kindheit eignet sich der Sänger und Orgelspieler sein Handwerk mit wenigen Musikstunden an. Mit Ende zwanzig lernt er Basser Stan in Villingen bei Konzerten seiner ehemaligen Surf-Band kennen, verliert ihn jedoch für sieben Jahre aus den Augen. Stan und Dan, beide Heilerziehungspfleger, kehren ihrer Heimatstadt den Rücken zu und siedeln ins schöne Schaffhausen um. Dort trifft der ehemalige Banker Chrisi seinen früheren Kumpel wieder, versteht sich auch mit Dan sehr gut und die drei gründen das „Lo Fat Orchestra“.

In nur zwei Tagen im Januar 2007 nehmen die drei Musiker ihr Debüt „Canned Candies“ auf. Das Cover stammt aus den Händen von Sänger Chrisi, der schon in frühester Kindheit eigene Plattencover zu Singles zeichnete und nun seinen Traum verwirklicht, eine eigene Scheibe zu designen. Der befreundete Kollege Chris veröffentlicht das „Lo Fat Orchestra“-Album im Juli 2007. Er ist von der Band sogar so begeistert, dass er seine frisch gegründete Firma Milk & Chocolate Records nach einem Track der Schaffhausener benennt.

2009 tummeln sich die Jungs wieder im Studio. „Questions For Honey“ soll ihr Zweitling heißen. Und es soll um Groove gehen. Die Band selbst spricht von einem „kleinen musikgeschichtlichen Ritt von 60ties Beat zu Soul über Trash, Pop und Noise, gepaart mit unterkühlten New Wave-Beats.“ Was nach einer so interessanten und selten gehörten Mischung klingt, ist es auch. Bis zum letzten Track bleibt es spannend und verlangt nach mehr.

Doch diesem Verlangen geben die drei Schaffhausener bzw. Schwarzwälder erst knapp drei Jahre nach. Mit „The Second Word Is Love“, dass 2012 erscheint, begehen Lo Fat Orchestra Neuland. Orchesterattitüden, Geigenspiel und definitiv mehr Konzept. Das ist das Geheimrezept ihres nun dritten Albums. Das Blatt hat sich gewendet. Von 60ies über die 80ies bis hin zu einer großzügigen Prise mehr Dramatik. Hier tummelt sich auch der Song going with the punks, welcher in Indie Kreisen zu einem kleinen Hit wurde. Die Platte erhielt im Musikmagazin Ox 10 (von 10) Punkte.

Thorsten Strohmeier verließ die Band Ende 2014. Seit Anfang 2015 spielt Roman Stäheli den Bass bei „Lo Fat Orchestra“. 2017 erschien in neuer Besetzung die LP „Neon Lights“. Die Band spielte bereits rund 250 Konzerte in halb Europa und macht nun endlich auch in Crailsheim Station!

Einlass: 20 Uhr.