#SaveTheBayWaBuilding- OpenAir mit Tolyqyn und Philip Bradatsch

FREITAG, 20. AUGUST 2021 UM 17:00 UTC+02

Ehemaliges BayWa-/WLZ-Gebäude, Alter Postweg, Crailsheim

Darf‘s noch ein bisschen mehr sein? Ja? Na umso besser! Nach dem fulminanten OpenAir mit „Whole Brain Child“ und „Dr. Aleks And The Fuckers“ geht es nun vom alten Wasserhochbehälter in Richtung Innenstadt. Nächster Halt: Güterbahnhof, oder genauer: ehemaliges BayWa- bzw. WLZ-Gebäude im Alten Postweg. Ihr habt richtig gelesen: die Zeit, in der wir GoodBayWa sagten, gehört längst der Vergangenheit an- und wir wollen gerne, dass das auch so bleibt! Dieses Gebäude als Kultur- und Veranstaltungsstätte an einem der charmanteren Crailsheimer Plätze sollte aus unserer Sicht für eben genau diesen Zweck erhalten bleiben. BayWahnsinn never dies! Am 20.08.2021 folgen diesen Worten einmal mehr Taten. Dr Kulturverein Adieu Tristesse lädt zu einem Freiluftabend mit Tolyqyn und Philip Bradatsch.

Das Berliner Trio Tolyqyn besteht aus Roland Satterwhite (Gesang, gezupfte Bratsche), dem Jazzgitarren Wunderkind Tal Arditi, sowie dem Schlagzeuger Rafat Muhammad. Die Wege der Musiker kreuzten sich erstmals in Neukölln, dem pulsierenden Herz der Berliner Jazzszene und einem sich stetig wandelnden Viertel verschiedenster kultureller Einflüsse. Seit ihrer Gründung im Jahr 2018 hat sich das Trio auf eine musikalische Expedition in die klanglichen Sphären des Rock, Weltmusik, Afro, Jazz und Pop begeben und sich mit ihren dynamischen Konzerten bereits treue Fans erspielt. Die erste Single-Veröffentlichung feierte das Trio Ende 2019 mit einem ausverkauften Konzert in der Berliner Kult Location Artistania. Im April 2020 erschien dann das Debütalbum „Tolyqyn“ und wurde von Kritikern auf Anhieb gefeiert und mit Lobeshymnen überhäuft. Das Album wurde im SWR2 und
WDR3 zum Album der Woche gekürt und auch von Deutschlandfunk Kultur, RBB, Radio Eins, FritzFm und unzähligen anderen Radiosendern in ihr Programm genommen. Auch bei diversen Musikblogs, Magazinen und Konzertveranstaltern stieß das Album auf reges Interesse und positive Resonanz, die auch zu TV-Präsenz führte. Da wegen der Pandemie leider keine Tour bzw. nur vereinzelt Konzerte möglich waren, nutzte die Band die Zeit, um neue Songs zu schreiben und für Ende 2021 ist bereits eine neue EP geplant.

Philip Bradatsch ist wohl das Ungeheuerlichste, was die deutsche Indie-Szene in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Einer mit Attitüde, einer, der Haltung einnimmt. Zwar sind ihm aktuelle Hörgewohnheiten oder Playlists mitnichten egal, nur bedienen will er sie eben nicht. Stattdessen führt er sie mit kryptischen, dylanesken Versatzstücken vor, erschafft einen Sog aus Bildern, Räumen und Stimmen. Und überquert auch mal unverfroren die Wohlfühlgrenze. Dann haut er sie raus, die verwerflichen Gefühle, die so wahrhaftig sind, dass niemand sie zugeben mag. Nicht mal vor der Arroganz hat er Angst, und schon gar nicht vor der deutschen Sprache, wie er nun auf seinem neuen Album „Jesus von Haidhausen“ (Trikont, 13. März 2020) erstmalig eindrucksvoll unter Beweis stellt. Nach dem ersten Zusammenzucken denkt man, der traut sich was, aber sympathisches Understatement ist nicht Philip Bradatschs Sache. Hinterher ist man froh, mit manch unliebsamem Gefühl nicht alleine dazustehen. Und man ist beseelt von der musikalischen Fülle. Denn Philip Bradatsch wartet mit Überraschungen auf, seine Songs ziehen langsam herauf, beklemmen, bäumen sich wütend auf und lösen sich im nächsten Moment in wundervolle Harmonien auf. Zwischen düster-bedrohlichen Klangwelten plötzlich ein lakonischer Schmunzler, im dumpfen Weltschmerz auf einmal eine Zärtlichkeit, die einem warm ums Herz werden lässt. Und hinter ihm rumpeln, ächzen und rocken die fabelhaften Cola Rum Boys, dass es eine wahre Freude ist. Solo oder im Band-Kollektiv, am Ende ist Philip Bradatsch wohl das, was sich so lange niemand zu vermissen getraut hat: Rock’n’Roll.

Einlass zum OpenAir ist um 17.00 Uhr, der Beginn gegen 18.00 Uhr. Infos zu den tagesaktuellen Corona-Richtlinien gibt es am Einlass.

„Adieu Tristesse – OpenAir“ am alten Wasserhochbehälter mit Dr. Aleks And The Fuckers

FREITAG, 30. JULI 2021 UM 17:00 Uhr

Altes Pumpwerk zwischen Altenmünster und Onolzheim


Uiuiui, was war das für ein verrücktes Jahr 2020?! Kann ja auch nicht anders sein, wenn nicht nur der Kulturverein Adieu Tristesse zehnjähriges Bestehen feiert, sondern auch die legendäre Stuttgarter Sexy-Gypsy-Balkan-Combo Dr. Aleks And The Fuckers auf ebenso viele Lenze Bandgeschichte kommt. Zugegeben, die Möglichkeiten eines angemessenen Jubel-Jubiläums waren auf beiden Seiten eher so medium: während Adieu Tristesse immerhin ein wundervolles OpenAir mit Rainer von Vielen und Mitsch Oko Anfang September aus dem Hut zauberte, veröffentlichten die Musiker um den Heißblut-Schlagzeuger Aleks Dropulja ein Live-Album mit dem Titel „Life Is Live“ vom Abschluss-Abrisskonzert 2019 im Club Universum. Was blieb war die Vorfreude auf eine Verschmelzung, wie sie Crailsheim liebt und verdient: So kommen Dr. Aleks And The Fuckers zurück und gastieren erstmals an der freien Luft in unseren Gefilden! Und nicht nur das: das Ganze findet auch endlich wieder an einem bislang völlig unbespielten Ort statt, nämlich dem ehemaligen Wasserhochbehälter zwischen Altenmünster und Onolzheim. Was da auf euch zu kommt? In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung beschrieb Dr. Aleks sich und seine Musiker als Band, die „einfach mit Herz spielt. Nix studiert, nix Musikschule, sondern von klein auf ein Instrument angefangen und dann über die Jahre perfektioniert.“ Eine explosive Mischung aus Balkan-Brass, Live-Entertainment und Punk, aberwitzigen Texten in bis zu acht verschiedenen Sprachen, Unterhemd und Goldkette. Der vierköpfige Bläsersatz plus Bass und Gitarre verbunden mit dem treibenden Schlagzeug gehört mit Sicherheit zur crème de la crème in Süddeutschlands Musikszene.

Den Support an diesem Abend gestalten „Whole Brain Child“, ein internationales Blues-Funk Trio, deren musikalische Einflüsse in den Sounds der ’60er und ’70er-Jahre liegen. Bobby Glotzbach (Gitarre, Gesang) und Jelle Roersma (Bass) aus Utrecht kreieren zusammen mit Livia Ranalli (Schlagzeug), ehemals Brooklyn jetzt Leipzig, ein treibendes und kraftvolles Experiment. Da ist was los! Das Umweltamt hat das besondere OpenAir-Gelände schon abgenickt- jetzt seid ihr an der Reihe!

Die harten Fakten: Freitag, 30.07.2021, Einlass um 17 Uhr, Beginn gegen 18 Uhr. Der Weg zu den Parkplätzen ist ausgeschildert. Für Verpflegung wird mit kühlen Getränken und Grillware gegen einen kleinen Obolus bestens gesorgt. Infos zu den tagesaktuellen Corona-Richtlinien gibt es am Einlass. Es wird sich um ein Sitzplatzkonzert handeln, daher ist die Kapazität eingeschränkt, was so viel bedeutet wie: wer früher kommt ist eher da. Wir freuen uns!

MVV fällt aus!

Liebe Kulturfreundinnen und Kulturfreunde, hallo Lieblingsmitglied!

Das Jahr geht nicht spurlos an uns vorbei.

Und das liegt leider nicht an 10 Jahre Adieu Tristesse. Aber hey, haben du und ich nicht das Beste daraus gemacht? Zum Beispiel bei unserem kleinen aber feinen JubiläumsOpenAir mit Rainer von Vielen und Gästen oder der liebgewonnen, alljährlichen Vereinswanderung? Haben wir! Gerne hätten wir die vergangenen Monate gemeinsam verarbeitet und frohen Mutes in die Zukunft geblickt, aber was soll ich dir sagen?

Auch unsere jahresabschließende Mitgliedervollversammlung muss der gesundheits-, kultur- und gesellschaftsfeindlichen Pandemie aus Fürsorge- und Schutzpflicht dir und uns gegenüber ins neue Jahr verschoben werden. Ich hoffe du verstehst das.

Gerne kannst du uns bei Lust und Muse über info@adieutristesse.org Gedanken und Gefühle mitteilen. Wir informieren dich natürlich, sobald es wieder Neuigkeiten von uns gibt. Bis dahin- bleib gesund und uns treu!

Es geht weiter! Bussi auf Bauchi

😘

10 Jahre Adieu Tristesse e.V.

OpenAir mit Rainer Von Vielen

SONNTAG, 06.09. VON 16:00 BIS 20:00

7180-Bar

„Denken:Handeln:Feiern:Bleiben“.

Seit mittlerweile zehn Jahren versuchen wir, unserem Motto gerecht zu werden und in Crailsheim Kulturprogramm gegen die Landflucht auf die Beine zu stellen. Ob in musischer oder literarischer Form, als Theater- oder Filmprogramm, bei Vorträgen oder Ausstellungen, für wenige Stunden oder mehrere Tage: Geselligkeit und Experimentalität schließen sich nicht aus, sondern beleben, gerade auch an vielen neu entdeckten bzw. neu belebten Plätzen unserer Stadt. Für ein buntes Zusammenleben über das Schubladendenken hinaus. Und das in jeglicher Form. Zünftig, aber vernünftig.

Was in diesen so seltsamen Zeiten gerade auch in den gesellschaftlichen Entwicklungen wünschenswert ist, wollen wir gemeinsam mit euch am kommenden Sonntag, den 06.09.2020, in unserem Rahmen in der liebgewonnen Heimatbar, dem 7180 in der Jagststr. 4, zelebrieren.

Ohne Freunde, Unterstützer und Wohlgesonnene gibt‘s schließlich auch keinen Kulturverein. Danke für‘s mitdenken, mithandeln und mitfeiern, für‘s bleiben oder auch immer wieder zurückkommen!

Unser Geschenk an uns alle an diesem Tag: OpenAir-Feeling mit Livemusik, und das alles bei freiem Eintritt. Die Platzkapazitäten sind aus bekannten Umständen begrenzt, Speisen dürfen selbst mitgebracht werden, Getränke gibt‘s in der Bar zu erwerben.

Musikalisch gratuliert Rainer von Vielen in der AkustikDuo- Version: Rainer und Gitarrist Mitsch Oko spielen die RvV-Klassiker & Brecht-Vertonungen im Duo – mit jeder Menge Gefühl und zweitstimmigem Gesang. Kern der Show sind Songs aus dem neuen Akustik-Album ALLES MIT ALLEM. Die Musiker adaptieren die Feinheiten ihrer eigenen Songs und transformieren das Gesamtwerk der Band zu Liedermacher-Versionen. So wird ein Punk-Kracher zur poetischen Ballade oder eine Stadion-Rock-Nummer zum Country-Hommage. Durch Verzicht auf Computer, E-Gitarren & Schlagzeug wird die gewohnte Struktur der Songs aufgelöst. Im Zentrum des Konzertes stehen jedoch die Texte auf einem Kontinuum zwischen Brechtscher Revolutionslyrik und poprelevanten Stadionhymnen. ALLES MIT ALLEM ist ein bewusster Kontrapunkt zum den elektronisch durchwobenen Programm der Band – eine Reduktion auf das Wesentliche: Melodie, Klang und Wort.


Support kommt an diesem Nachmittag von „The Devil’s Dandy Dude“ und „The Black Elephant Band“ aus dem Raum Nürnberg.


Kommt rechtzeitig und sichert euch euren Platz. Einlass ab 16 Uhr, Beginn gegen 17 Uhr.

Zünftig, aber vernünftig: Es gelten die allgemeinen Corona-Bestimmungen, also vergesst eure Masken nicht.

Wir freuen uns auf euch!

Dad Horse Experience

Kellergospel hinreissend schräg und ehrlich mit der Premiere des unglaublichen „Dad Horse Experience“ am 28.3. in der 7180 Bar.

Dass aufrichtige Gospelmusik im 21. Jahrhundert auch jenseits von jubilierenden Massenchören eine Daseinsberechtigung hat, beweist die One-Man-Band des Bremer Malers und Songwriters Dad Horse Ottn.

Mit Gesang, Banjo, Fußorgel und Kazoo spielt der Mann mit dem markanten Gesicht respektvoll interpretierte Klassiker und vielgelobte Eigenkompositionen, tief verwurzelt in Country-Blues, Hillbilly-Gospel und Punkrock. Sein „Keller-Gospel“ handelt von Erlösung und Befreiung – der bekennende Ex-Junkie respektiert alle, die im Licht stehen, doch seine Sympathie und Liebe gehört den Sündern. Er singt für jene, die in der dunkelsten Tiefe selbstgemachten Leidens kauern.

Im Sommer 2008 erschien unter dem Titel „Modern Sounds in Country and Gospel music“ die erste EP von Dad Horse Ottn vorwiegend mit Coversongs u.a. von Gospelklassikern der Carter Family und Johnny Cash (Label: Fuego). Im Herbst folgte das Debütalbum „Too Close To Heaven“, erschienen beim US-amerikanischen Label Devil’s Ruin Records. Dieses Album enthält neben einem weiteren Traditional ausschließlich Eigenkompositionen von Dad Horse Ottn und dokumentiert seine erstaunlichen Songwriterqualitäten. Wie im Leben selbst paart sich in seinen Songs immer wieder tiefer Ernst mit hintergründigem Humor. Hier wird nicht gepredigt oder süßlich salbadert – ebensowenig aber geflunkert oder herablassend gescherzt. Dad Horse meint es todernst, wenn er fleht: „Lord must fix my soul – turn the shit into gold.“

Bei seinen Konzerten zieht der Mann mit dem ungewöhnlichen Instrumentarium das Publikum regelmäßig in den Bann seiner „immensen, geradezu mitreißenden Bühnenpräsenz“ (Weserkurier). Hier wird keine religiöse Botschaft verkündet, sondern eine spirituelle Erfahrung: die Dad Horse Experience.


Beginn: 21 Uhr