farbfilter. verbinden deutschsprachigen Indie-Rock mit Haltung, Tiefgang und einem feinen Gespür für das, was zwischen den Zeilen passiert. Da weht am 18.04. in der 7180 Bar ein ganz schön verspielter Wind!
Erfrischend unkonventionell und mit der spielerischen Erfahrung von mehreren hundert Auftritten sind Konzerte der fünf Musiker ein echtes Live-Ereignis. Mal politisch, mal poetisch bleiben farbfilter. immer lebensnah und authentisch.
Zuletzt machte die Band in Zusammenarbeit mit Jan Plewka mit der Wiederauflage des TempEau Klassikers „Mädchen aus Greifswald“ über die Gefahr der politischen Vereinnahmung von Rechtsaußen auf sich aufmerksam.
BIYA aus Uganda eröffnet den Abend mit souliger Stimme ganz in Singer-/Songwriter- Manier.
Mittekill und Pastor Leumund schmeißen ihre besten Hits zu einem Wortwitz & Beat-Gewitter zusammen, um nicht nur euch, sondern auch die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Diese beiden Rampensäue gemeinsam auf der Bühne zu erleben, solltet ihr nicht verpassen. Party und Protest gehören zusammen! Das alles am 08.05. in der 7180 Bar.
Friedrich Greiling aka Mittekill mischt die Clublandschaft schon seit Anfang des Jahrtausends mit Techno-Blues, Elektro-Chansons und Punk-House auf. Brachiale Eleganz und Dynamik prägen seine Musik, die der fliegende Teppich für seine rebellische Prosa ist, in der er die Zustände unserer Zeit verzweifelt bis augenzwinkernd aufs Korn nimmt. Mittekill macht das Unbehagen mit sattem Bass und irgendwo zwischen Pathos, Pose und Posse dem Tanzboden gleich, nur um uns im nächsten Moment mit einer Klavierballade ganz woanders abzuholen.
Pastor Leumund sammelt seit der Steinzeit Durchhalteparolen für Durchgeknallte. Zu den psychedelischen Hiphop- und Elektro-Tracks von Friedrich Greiling sind daraus zeitlose Diskurs-Disko-Hymnen wie „Schmetterling aus Beton“ oder „Druckwellensittiche“ entstanden. Die absurde Show des dadaistischen Disko-Predigers ist schräg, aber geradeaus. Seine systemkritischen Psalme erreichen das Publikum nicht über den Zeigefinger, sondern über das Zwerchfell und eine mitreißend tanzbare Performance.
„Propriozeption“ beschreibt die unbewusste Wahrnehmung von Körperhaltung, Muskelspannung und Bewegungen im Raum. Dann lassen sich laut KI noch Begrifflichkeiten wie Intuition, Bauchgefühl oder außersinnliche Wahrnehmung mit dem sechsten Sinn in Verbindung setzen. Am 17. und 18. Juli bündelt das Gelände auf und um den alten Wasserhochbehälter zwischen Altenmünster und Onolzheim diese Attribute unter dem Synonym AdieuTristessetival und vereint Haltung, Tanzwut und Euphorie in magischen Festivalstunden.
Am Freitag sorgen Fat Cheeks aus dem rheinhessischen Gimbsheim für eine extra Portion Bewegung im Raum. Dicke Backen at its best heben den Begriff „Blasmusik“ auf eine andere Ebene – fernab von gedanklichen Richtlinien und Traditionen zeigt diese Band, was man aus Blasinstrumenten so allesrausholen kann!Bei Songs von Peter Fox, Moop Mama und LaBrassbanda zeigt die Kombo aus Rapper, Trompete, zwei Saxophonen, Tenorhorn, Tuba und Schlagzeug, was eine moderne Blaskapelle so drauf hat! Mit viel Kreativität und einem gewissen Maß an Ironie werden dabei Songs aus der Rap-, Urban- und Party-Szene neu interpretiert.
Ganz intuitiv legen Falschgeld aus München mit dreckigem Indie-Pop-Rock nach. Deutsche Texte, stilistisch irgendwo zwischen TonSteineScherben und den frühen Strokes, Wanda und AnnenMayKantereit. Die punkige Attitüde der vier Pop-Lümmel, die seit Kindestagen miteinander Musik machen und entsprechend druckvoll abliefern, trifft kontrastreich auf tiefgründige und smarte Texte von Frontmann Jona Volkmann (den mittlerweile viele auch aus dem Kino kennen, u.a. zuletzt in Sönke Wortmann`s „Der Spitzname“ zu sehen). Nach ihrem aufsehenerregenden Debütalbum „Menschen wie wir“ (produziert von Franz Ferdinand Gitarrist Nick McCarthy) arbeitet die Band momentan mit Produzenten-Koryphäe Moses Schneider (AnnenMayKantereit, Beatsteaks, K.I.Z, Tocotronic … ) an ihrem zweiten Longplayer „Flügge werden“, welcher auch genau davon handelt: vom Erwachsenwerden in unruhigen Zeiten während die Welt scheinbar aus den Fugen gerät.
Hat hier irgendjemand nach Haltung gerufen? Na dann schreien die Dead Pioneers aus Colorado eben diese wuchtig zurück. Entstanden als dynamische Erweiterung der Performancekunst des Sängers Gregg Deal verschmilzt die Musik der Band nahtlos mit kritischer Kulturkritik. Verwurzelt in denselben Themen wie Identität und Widerstand, die auch seine visuellen Arbeiten prägen, dient der Sound der Band als kraftvolle Plattform, um die Komplexität indigener Erfahrungen zu thematisieren. Deal nutzt die rohe Energie von Punk und Alternative-Einflüssen, um gängige Narrative infrage zu stellen, und verwendet dabei Texte, die zum Nachdenken anregen und Emotionen wecken. Genau wie seine Performancekunst die Folgen von Kolonialisierung und systematischer Marginalisierung aufgreift, lädt Dead Pioneers – komplettiert durch Josh Rivera und Abe Brennan an den Gitarren, Bassist Lee Tesche (Algiers) und Schlagzeuger Shane Zweygardt – das Publikum zu einem unmittelbaren Dialog über Überleben, Resilienz und die Rückgewinnung der eigenen Stimme ein.
Nach diesem Brett besinnen wir uns und hören am Samstag zu Beginn auf unser Bauchgefühl. Seit 2021 zieht ARMANO, Sänger der Bamberger Bands Oporto und The See See Riders, mit seinem Soloprojekt durch die Lande. Mit kraftvoller Stimme und versiertem Fingerpicking bewegt sich der Songwriter stilistisch irgendwo zwischen Country, Blues und Americana. Nach drei EPs und unzähligen Konzerten in Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz erscheint 2026 sein erstes Full-Length-Album I HATE TO LEAVE. Gemeinsam mit Andreas Arneth am Bass und Jens Kussmann am Schlagzeug bringt er die Songs in einer energiegeladenen Trio-Besetzung auf die Bühne.
Nach dem Bauchgefühle setzen wir auf Bauchmuskelspannung und False Lefty. Das Duo, bestehend aus Schlagzeugerin Veva (Österreich), die im Stehen drei Trommeln bespielt und Sänger Thomas (Großbritannien), der seine Gitarre nur mit drei Saiten bespannt, stellt die Punkwelt auf den Kopf. Es bricht mit Perfektionismus, reduziert sich von überflüssigem, lässt das Unwichtige weg und setzt auf einen Minimalismus, der die Hoffnung weckt, dass es doch so wenig braucht, um gute Musik zu machen. Seit Gründung der Band im Herbst 2022 spielten False Lefty sowohl Headliner Shows; Festivals wie das Bochum Total, Burg Herzberg Festival, Orange Blossom Special und Traumzeit Festival; als auch als Support für Public Image Ltd., Fortuna Ehrenfeld, The Lathums, SONS, Cash Savage and the last Drinks und viele andere.
Außersinnliche Wahrnehmungserfahrungen zum Festivalabschluss liefern Engin aus Mannheim. Driftende Psychedelia und fuzzy Gitarren, verschachtelte Rhythmik und leichtfüßiger Vibe, der Gesang dringlich und mit viel Seele. Songs, in denen das Leben auch manchmal schal schmeckt, aber meistens bitter, süß und scharf. Und das in einem detailverliebten wie hoch eingängigen Sound, der sich gut und gerne als deutsch–türkischer Indierock bezeichnen lässt. Und der Pop, Jazz und Psychedelia äußerst klug und mit großer Geste umarmt. Roh, hypnotisch und immer wieder tanzbar erzählen Engin von all dem, was das Leben offenbart. Schönheit und Schmutz, Irrwitz und Abenteuer, Einsamkeit und Euphorie. Der Sound der Band speist sich dabei aus einem wilden Mix von Anadolu Rock der 70er in Verbindung mit aufrichtiger popkultureller Liebe von Pink Floyd über Altın Gün bis zu The War On Drugs. Als ein auch live mitreißendes Trio sind sie nun davon angetrieben, mit großer Neugierde unterschiedliche Einflüsse zu ihrem ganz eigenen Stil zu verbinden.
Propriozeption oder auch ProAdieuTristessetival: Haltung, Tanzwut, Euphorie – ein friedliches, freundliches und buntes Fest für alle. Treffen, tratschen, feiern und den sechsten Sinn in all seinen Ausprägungen zelebrieren- da kommt neben der Musik auch das kulinarische Angebot nicht zu kurz.
Parkplätze am Friedhof Altenmünster werden ausgeschildert.
Einlass am Freitag wird um 17.00 Uhr sein, Samstag öffnen die Tore bereits um 16.00 Uhr. Freier Einlass für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahren.
Vetraue all deinen Sinnen und sichere dir dein Ticket zu deutlich vergünstigten Konditionen unter https://rausgegangen.de/events/adieutristessetival-2026-0/ oder auch bald vor Ort in der 7180 Bar oder dem Findling, jeweils in Crailsheim. Macht Sinn.
Hoher Besuch aus Montreal! Private Lives schlängeln sich durch ein Gewirr aus stürmischem Gesang, brennenden Gitarrenlinien und einer mitreißenden Rhythmusgruppe, die beweist, dass Rock´n´Roll immer noch sehr lebendig ist. Zu erleben am 20.03. in der 7180 Bar.
Während ihr Debütalbum „Hit Record“ eine Momentaufnahme einer Band in Bewegung war, ist mit „Salt of The Earth“ ein Nachfolgewerk erschienen, dass das perfekte Ergebnis der rasanten Entwicklung der Band, die Power-Pop-Konventionen unterläuft und sich selbst Track für Track herausfordert, darstellt. „I Get Around“ und „Be Your Girl“ weigern sich, mit ihrem bissigen und bestenfalls primitiven Garagenrock den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, während der einfach trügerische Pop-Charme von „Wrong Again“ aufgeschlitzt, gespritzt und geschüttelt wird. „On My Own“ dröhnt mit seinem Doppelschlag aus 60er-Jahre-Girlgroup-Melodien durch die Boxen, und „Psychic Beat“ und „Dealer´s Choice“ sind ein glorreicher Ruck leistungsstarken Gitarrenglücks. In einer Zeit abgeleiteter Punk-Trends ist „Salt of The Earth“ ein erfrischender Ansatz für Pop für Menschen von heute.
Als Support eröffnet an diesem Abend Chris Padera aus Nürnberg. Früher hat er Punk gemacht, heute hat er einen festen Platz in der Indie-Folkszene. Egal ob solo, mit Band, oder zusammen mit dem Kollektiv Folk’s Worst Nightmare. Seine Songs sind persönlich, tiefgründig, manchmal melancholisch und immer ehrlich.
Diese wilde Mischung verspricht einen Abend voller Energie und Lautstärke!
Joasihno wandeln sich seit ihrer Entstehung im Jahr 2009 stetig. Bereits bei der letzten BayWa-Veranstaltung 2014 in Crailsheim auf der Bühne, 2016 im Jugendzentrum in völlig neuem musikalischen Gewand und 2026 mit frischem Album im Gepäck in einem kulturell noch unbespielten Ort inmitten der Kernstadt: am 06.03. im ehemaligen Sonnenstudio in der Gartenstraße (gegenüber Pizzeria Roma).
Seit 2009 bewegen sich Joasihno mit experimentellen DIY-Aufnahmen frei durch Zeit und Raum und kehren nun mit ihrem vierten Album „Spots“ zurück.
Das süddeutsche Experimental-Pop-Duo Joasihno – bestehend aus dem Gründer und Solokünstler Cico Beck (The Notwist, Aloa Input, Spirit Fest) und Schlagzeuger/Komponist Nico Sierig (Instrument, Fehler Kuti) – scheint genau zu wissen, wann es Zeit ist zu glänzen. Seit ihren Anfängen experimentieren sie eigenwillig mit verschiedenen Genres und arbeiten in ihrem eigenen Tempo, meist in ihrer eigenen Nische. Doch fast ein Jahrzehnt nach ihrem letzten Album „Meshes“ (das mit einer ganzen Legion winziger Musikroboter einherging) ist es höchste Zeit, dass sie weitere Bereiche erobern und noch mehr Nischen zwischen Lo- und Sci-Fi, Retro-Elektronik und zeitgenössischer Klassik einnehmen. Inspiriert von so unterschiedlichen Künstlern wie Reich, Riley und Ryuichi, múm, Meek und Moondog und mit Anspielungen auf andere experimentelle Duos (z. B. The Books), erschien das vierte Album des Duos, „Spots“, Ende 2025 bei Alien Transistor.
Lichter blinken sanft, während lässige Basstöne auf den introspektiven Lichtbogen unserer Zeit hinweisen. Elektronische Formen fügen sich zusammen und die Dinge heben ab und schon bald erscheint ein majestätischer 8-Bit-Sonnenaufgang direkt vor uns. Ein konstanter Beat lockt uns zu einer Lichtung im Wald. In der Ferne zerbricht und zersplittert alles, aber dieser Ort hier ist wie geschaffen für Hypnose, Tanz und Waldgeister. Mit ihrer „Mobilen Disko“, komplett verbaut in einem Koffer musizieren sie und zeigen alle Teile der Musik von Joasihno: Robotor-Instrumente, Klanginstallationen, analoge Synthesizer, Weltmusik-Percussion und Laptop-Musik.
Für die perfekte Einstimmung auf diesen Abend sorgt Marc E. Moon. Die One Man Band um den Multiinstrumentalisten Marcus Grassl (Aloa Input, Su Yono) rumpelt wohlig vor sich hin, analoge Field-Recording-Sounds flackern und schwirren durch den Raum, während die Gitarren mit schrammeligem Twang glänzen. Wenn Marc E. Moon zwischen Weird Folk, Krautrock und DIY-Indie wandelt, lässt er seiner Fantasie freien Lauf – und bündelt seinen Ideenreichtum zu einem verspielt-verqueren Sound: eklektisch, angenehm tiefgründig und zugleich herrlich spleenig.
Nach dem Konzert ist vor der Aftershow. Diese zelebrieren SenioreM und El Mare mit feinsten Beats für sehnsuchtsvolle Tanzbeine.
Einzigartige Musikkompositionen in neuer Umgebung versprechen einen ungewöhnlichen, denkwürdigen Abend.